Bekanntschaft mit dem fanzösischen Nationalsport: Streik!


Warum, frage ich mich, warum stehe ich zu einer menschenunwürdigen Zeit auf, wie 5h10, um statt 9h00 um 11h15 zu fliegen?! Das heißt inklusive der großzügigen Eincheck-Zeit verbrachte ich gute 4 Stunden auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld. Besser gesagt: ich lungerte dort herum, ebenso wie die übrigen stark genervten Passagiere. Grund der Flugverzögerung: Umfassende Streikmaßnahmen am Flughafen Paris-Orly - kurz genannt: technische Störung!

Bei sommerlichen Temperaturen verlasse ich schließlich den Flughafen und begebe ich mich in die schwülheiße S-Bahn (RER). [Warum um Himmelswillen habe ich meine Winterjacke mitgenommen?]
Aufgrund der Verspätung kommt mein gesamter Tagesplan durcheinander, sodass ich vergebens bei Alexis vor der Tür stehe. Ich muss also noch mit dem gesamten Gepäck mittels ÖPNV zu ihm auf Arbeit. Dann geht es auch flugs zur ersten Zimmerbesichtigung ins Banlieue, Thiais. Das Zimmer ist hübsch, aber dafür die Umgebung reichlich unattraktiv, noch dazu sehr weit außerhalb.

Am Abend lerne ich das Appartement kennen und seine drei Mitbewohner, also wie bereits erwähnt Alexis, Arnaud und Antoine, die alle gemeinsam studieren und derzeit ihr Praktikum in Paris machen. Die Wohnung ist ein ehemaliger Verkaufsladen mit 2 kleinen Zimmern darin. Unter der Treppe überlässt mir Antoine seinen Schlafplatz, während er auf die Klapp-Couch (frz: Klick-klack) in der Wohnküche ausweicht.
Für günstige 8 EUR gibt es Abendbrot vom Chinesen nebenan, der die Fleischbällchen liebevoll in der Mikrowelle aufwärmt.

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